Fosdem: Restrospektive

So! Also die Fosdem selbst hat mir gut gefallen. Jedoch muss ich mich erstmal über Belgien sowie Brüssel im Allgemeinen auskotzen:

Abzocke

In Brüssel angekommen, erstmal nen Taxifahrer geschnappt, der mich zu meiner Unterkunft bringt. Und der Penner hat nichts anderes zu tun, als zu versuchen mich zu abzuzocken. Verfährt sich dreimal und tat jedesmal so, als hätte er die Hausnummer auf meinem Zettel immer falsch gelesen. So analphy kann keiner sein. Toll war auch der Bettelhammel in der Straßenbahn. Stellt sich vor mich hin mit einem Zettel in der Hand. Als ich ihn mit "Sorry, only English" abwimmeln wollte, meinte er nur "Ahh, English" und zückt den gleichen Zettel auf Englisch aus seinem Rucksack und will Geld für Essen von mir . Unglaublich... "Fress' mei Füß" kann ich da nur sagen. (Ja, ich bin ein Arsch - und das ist auch gut so :-) )

Stadt-Antipathie

In der total verdreckten Stadt kam ich mir vor, als bewege ich mich in einem Slum. Auf dem Universitäts Campus war so ziemlich jeder Automat kaputt. Der Kaffee-Automat funktionierte wenigstens noch. Die Straßenbahn hat mich Sonntags 2 Haltestellen vorher rausgeschmissen als am Tag zuvor. Und nur, weil sie Sonntags nicht bis zur Uni fahren. Da ich dann den Rest des Weges laufen musste, rutschte mir auch gleich meine neue Armbanduhr vom Handgelenk und knallte mit dem Glas zu Boden. Totalschaden. Gleich in den Mülleimer geworfen. Spätestens jetzt war klar, dass diese Stadt mich nicht leiden konnte. Und ich sie auch nicht...

Fraß

Die beiden Futterbuden auf dem Campus, die Pommes, Hotdogs und Burger verkauften, waren so dermaßen schlecht, das ich das Zeug am liebsten gleich wieder ausgekotzt hätte. Dann kam da auch noch eine Tante und fragt bei dieser total verfetteten Pommesbude nach "was Vegetarischem". Aber am schlimmsten war der Wok-Stand am Brüsseler Bahnhof. Nach einer Gabel hab ich die Box stehen lassen. Ich war kurz davor das komplette Essen denen mit Wucht hinter die Theke zu werfen. Ich verspürte ein leichtes Falling-Down-Gefühl. Naja, das Positive war, dass neben mir Andrew Tanenbaum saß, der auch mit auf der Fosdem war.

ADHS

Was mir auch noch ziemlich auf den Sack ging, war das Geplapper wärend Vorträgen und das dauernd von irgendeinem Deppen das Handy wegen SMS, Anruf oder sonstwas geklingelt hat. Man, schaltet eure Kackgeräte doch ab! Und dass die Leute nicht still auf ihrem Arsch sitzen und zuhören können. Dauernd quietscht eine Tischablage, knirscht ein Stuhl oder sonstwas. Ein Sauhaufen war das manchmal, echt. Leiden wohl alle unter ADHS.

Aber nun zu den positiven Momenten:

Seat Defragmentation

Im XMPP Vortrag waren die Sitze in etwa so belegt:

Was total uneffektiv ist. Der Raum füllte sich immer mehr, doch die Leute stauten sich seitlich an den Wänden, da sie nicht direkt an die freien Plätze in der Mitte kamen.
Kurz darauf schrie dann einer: Seat defragmentation! Und schwups, sah es danach so aus:

Man kann also nicht nur Festplatten defragmentieren sondern auch Vortragsräume :-)

SWick vs. Bison

Abends war ich noch mit der Gentoo Truppe und Sput dem Entwickler von Quassel in einem Steak-Haus, das im Western-Stil aufgemacht war und in dem nur Country Musik lief. Nachdem jeder bestellt hatte, gabs eine kurze Vorstellungsrunde und schon kurz darauf kam mein Bison-Steak :-)

Keysigning

Witzig fand ich auch die Keysigning Party, bei der sie alle mit ihren Personalausweisen rumstanden.

Performante Frauen

Als ich den Vortrag über Faban gesehen hab, und letztens Using open source tools for performance testing, hab ich mich gefragt, warum sind eigentlich besonders Frauen in den Bereichen Benchmarks und Performance Testing so aktiv? Ist zumindest mein Eindruck.

Bester Vortrag

Mir hat am besten der Vortrag zu Shadowcircle, einer neuen Penetration Testing Distro, gefallen. Aber nicht wegen dem Thema selbst, sondern aufgrund der Philosophie des Projekts. Die Entwickler setzen komplett auf FOSS. Proprietäre Software fliegt raus und wird ggfls. neu entwickelt.

Fazit

Die Fosdem selbst hat mir gut gefallen. Ich wollte eigentlich noch das Feedback Formular ausfüllen mit folgenden Anmerkungen:

  • Beim nächsten Mal nicht mehr die Fritten- und Burgerbude engagieren
  • Die Fosdem nicht mehr in Belgien veranstalten :-)

Ja, man merkt sicher schon, dass ich und Brüssel bzw. Belgien keine Freunde werden. Dort könnte ich niemals leben. Allein die Sprache macht mich schon kirre. Das hört sich immer an, als ob die 'ne Flasche Vodka, 3 Löschblätter LSD und nen Beutel Ecstacy auf einmal geschluckt hätten. Und Dörfer, die Erps-Kwerps heißen, geht ja mal garnicht :-)

Aber genug gelästert...